14 Tipps zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz

by Thiago Leite - Februar 18, 2019

Gestresst? Da sind Sie nicht allein.

Eine Umfrage des American Institute of Stress zeigt, dass 40 % der Menschen das Gefühl haben, dass ihr Job extrem stressig ist. Ganze 25 % würden ihre Arbeit als die größte Stressquelle in ihrem Leben bezeichnen. Egal wo wir arbeiten oder in welchem Bereich wir tätig sind, wir alle haben manchmal Stress am Arbeitsplatz. Zwischen Termineinhaltung, schwierigen Kunden und der emotionalen Erschöpfung bei projektbezogenen Diskussionen hat jeder Job seine Stressfaktoren, selbst für Menschen, die sich hauptsächlich über ihre Karriere definieren.

Möchten Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Employee Engagement Ebook herunteradenPDF Herunterladen

Während einige Situationen sicherlich stressiger sind als andere, ist es wichtig, sich auf die Person zu konzentrieren, die Stress erlebt – nicht auf die Situation. Eine Situation, die nicht stressig für Sie ist, könnte durchaus stressig für jemand anderen sein, basierend auf seiner Geschichte, seinen Erfahrungen und anderen prägenden Faktoren. Stress – irrigerweise allgemein angesehen als ein Zeichen von Schwäche oder Inkompetenz – wird nach wie vor stigmatisiert. Dieses Stigma macht es schwierig, ehrlich über die Auswirkungen von Stress zu sprechen und folglich auch darüber, was getan werden kann, um die damit verbundenen Symptome zu lindern.

Jeder Mensch erlebt irgendwann Stress, und nur wenn man seine eigenen persönlichen Gefühle von Schuld und Unzulänglichkeit von der Situation trennt, kann man das Problem wirklich an der Wurzel packen.

Es gibt viele Gründe für Stress.

Manchmal ist es schwierig, die genaue Ursache für Stress zu benennen. Persönliche Beziehungen sind manchmal emotional aufwühlend, können so richtig stressig werden – und halten damit Einzug ins Büro. Man bringt seinen Stress mit zur Arbeit.

Nach Angaben der American Psychological Association hat arbeitsbedingter Stress jedoch häufig die folgenden Ursachen:

  • Niedriges Gehalt
  • Übermäßige Arbeitsbelastung
  • Mangelnde Einflussmöglichkeiten auf den eigenen Job
  • Wenig Wachstums- oder Aufstiegsmöglichkeiten
  • Arbeit, die nicht begeistert
  • Fehlende Unterstützung
  • Widersprüchliche Anforderungen oder unklare Leistungserwartungen

Stress am Arbeitsplatz kann chronisch werden, wenn er nicht angegangen wird. Langfristiger, scheinbar endloser Stress kann die Konzentration schwächen, unnötig Energie kosten und mentale und körperliche Probleme hervorrufen. Unbehandelt kann Stress häufige Erkältungen, Infektionen und Migräne verursachen und ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen darstellen. Auch wenn es verständlich erscheint, ist der schlechteste Weg, mit Stress am Arbeitsplatz umzugehen, ihn zu ignorieren. Unternehmen, die das Problem Stress in den Reihen ihrer Arbeitnehmer vernachlässigen, werden in absehbarer Zeit erleben, wie das Level für Engagement sinkt und die Fluktuationsrate steigt.

Nehmen Sie die Anzeichen für Stress ernst.

Bestimmt können Sie sich vorstellen, wie sich Stress aufbaut, aber die Symptome, mit denen der Betroffene dann zu kämpfen hat, sind weitaus vielschichtiger, als man vermutet, und die Beteiligten sollten sie unbedingt ernst nehmen. Einige der häufigsten Stresssymptome sind:

  • Frustration, Aufregung und Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • Das Gefühl, allein sein zu wollen
  • Sich überfordert fühlen
  • Magenverstimmung
  • Unerklärliche Beschwerden und Schmerzen
  • Brustschmerzen
  • Atembeschwerden
  • Schneller Herzschlag

Es ist kaum möglich, Stress vollständig abzubauen, es gibt jedoch wirksame Maßnahmen, um Stressfaktoren zu minimieren und dem Stress weniger Macht über das Befinden eines Menschen zu geben. Wir haben eine Liste von Methoden zusammengestellt, die jedem helfen, sich aus dem Kreislauf des Stresses zu befreien, damit er sich wieder wie sich selbst fühlen kann.

“Die größte Waffe gegen Stress ist unsere Fähigkeit, einen Gedanken über den anderen zu stellen.” — William James

Geben Sie sich selbst den Rat, den Sie jemand anderem geben würden.

Wenn ein Freund Sie um Rat zu Ihrer konkreten Situation bitten würde, würden Sie ihm wahrscheinlich nicht sagen, dass er sich zusammenreißen oder es einfach ignorieren soll. Ein guter Freund würde die Empfindungen seines Freundes bestätigen und ihm einige praktische Tipps dafür geben, was er unternehmen kann. Seien Sie ein guter Freund für sich selbst und sehen Sie, welchen Rat Sie jemand anderem in Ihrer Situation geben würden.

Machen Sie eins nach dem anderen.

Eine ständig aktualisierte To-do-Liste im Kopf zu haben, verschärft die Anspannung. Nehmen Sie sich ganz bewusst die Zeit, Ihre Prioritäten aufzuschreiben und zu bearbeiten. Obwohl es zeitaufwändig erscheinen mag, wird es Ihnen Klarheit geben. Sobald Ihre Liste auf dem Papier steht, werden Sie feststellen, dass die Liste in Ihrem Kopf fast immer länger ist als in Wirklichkeit. Nun entfernen Sie sich vom Inhalt der Liste und bearbeiten nur den Punkt, der als Nächstes ansteht, alles andere lassen Sie erst einmal außer Acht.

Denken Sie positiv.

Schreiben Sie ein-, zweimal am Tag die Dinge auf, die gut gelaufen sind, oder die Dinge, für die Sie dankbar sind. Selbst das einfache Protokollieren einiger Erfolge kann helfen, eine positive Einstellung und ein wenig Antrieb zu bekommen.

Üben Sie Zeitmanagement.

Wir alle haben ab und zu Probleme, unsere Zeit richtig zu managen. Aber wenn Sie oft das Gefühl haben, dass sich zu viele Termine bei Ihnen eingeschlichen haben, oder Sie nicht genug Zeit haben, Ihre Aufgaben zu erledigen, müssen Sie Ihre Zeit möglicherweise besser organisieren. Informieren Sie sich online über Zeitmanagementtechniken oder nutzen Sie eine dieser praktischen Apps, um sich ein sinnvolles Zeitmanagement anzueignen.

Nehmen Sie sich etwas Zeit für sich.

Ständig zu arbeiten, immer am Limit der Leistungsfähigkeit – das endet meist nicht gut. Fragen Sie sich selbst: Was tun Sie, um Dampf abzulassen und wie oft tun Sie es? Es ist einfach, sich selbst in den Hintergrund zu schieben, wenn es so aussieht, als gäbe es kaum genug Zeit, Ihre Arbeit zu beenden. Genau wie jede andere Verpflichtung müssen Sie auch Zeit für sich selbst einplanen und sicherstellen, dass Sie diese Zeit auch wirklich für sich verwenden. Machen Sie Pläne nach der Arbeit, um sich gedanklich aus dem Büro zu befreien und in eine bessere Stimmung zu kommen. Entdecken Sie ein Hobby, das Sie schon immer interessiert hat, aber wofür Sie nie Zeit hatten.

Entwickeln Sie bessere Schlafgewohnheiten.

Stress fordert einen hohen psychischen, mentalen und auch körperlichen Einsatz und Ihr Körper braucht Zeit, um sich zu erholen. Lange Schlafphasen sind notwendig, um Gewebe zu regenerieren, Muskeln aufzubauen und unsere Gedächtnisleistungen zu stärken. Wenn Sie ein oder zwei Stunden Schlaf pro Nacht verpassen – sei es, weil Sie Überstunden machen oder sich über die Projekte des kommenden Tages sorgen –, kann dies zu einer verminderten Produktivität und sogar zu einer geringeren Lebenserwartung führen.

Übernehmen Sie die Kontrolle.

Auch wenn es sich nicht immer so anfühlt, gibt es für fast jedes Problem eine Lösung. Der schwierige Teil ist, zu erkennen, dass es an Ihnen liegt, diese Lösung in die Tat umzusetzen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie überarbeitet sind, müssen Sie Ihrer Zeit strenge Grenzen setzen. Wenn Sie sich nicht anerkannt fühlen, müssen Sie Ihre Beiträge bekannt geben. Sobald Sie erkennen, dass nur Sie der ultimative Entscheidungsträger in Ihrem Leben sind, werden Sie sich nicht mehr so fühlen, als wären Sie den Entscheidungen anderer Menschen ausgeliefert. Setzen Sie Grenzen, halten Sie sich an sie und lernen Sie, Nein zu sagen.

Essen Sie ausgewogen, treiben Sie regelmäßig Sport – leben Sie gesund.

Ein gesunder Körper hat eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Stress. Ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, um den Zucker in Ihrer Ernährung zu reduzieren, essen Sie mehr Gemüse und Protein. Entwickeln Sie ein Trainingsprogramm, das in Ihren Tagesablauf passt, und unternehmen Sie Schritte, um ungesundes Verhalten zu vermeiden: Rauchen, übermäßiges Essen etc. So sind Sie besser gewappnet, sollte es aufgrund von Stress oder auch anderweitig hart auf hart kommen.

Machen Sie Ihren Kopf frei.

Vielleicht denken Sie nicht, dass Sie für Yoga geeignet sind, aber die Vorteile von Meditation, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sind wissenschaftlich belegt. Achtsame Meditationspraxis trainiert Ihren Geist, Ihre Gefühle zu beobachten ohne zu urteilen und den endlosen Gedankenfluss zu beruhigen. Besuchen Sie Ihr lokales Fitnessstudio oder Gemeindezentrum für Yoga- oder Tai-Chi-Kurse, die zu Ihrem Zeitplan passen, oder probieren Sie eine Meditations-App aus, um Achtsamkeit zu üben, wo immer Sie sind. Meditation kann helfen, die Dinge zu relativieren und neuen Herausforderungen gelassener entgegenzutreten.

Tun Sie es nicht allein.

Es gibt Menschen, denen Sie wichtig sind. Zeit mit diesen Personen zu verbringen, kann erholsam sein. Ratschläge von Freunden und Familie können Ihnen helfen, die Sichtweise eines Außenstehenden auf die Kämpfe, mit denen Sie sich tagtäglich auseinandersetzen, zu verstehen und anzunehmen. Greifen Sie auf Ihr Support-Netzwerk zurück, wenn Sie in einer schwierigen Zeit sind.

Wenden Sie sich an die Profis.

Es ist keine Schande, sich von einem Psychiater behandeln zu lassen. Suchen Sie online nach lokalen Psychiatern und Psychologen, die in arbeitsbedingten Stressmanagementtechniken geschult sind. Sie können Ihnen wirksame Methoden im Umgang mit Ihren Streßfaktoren beibringen. Sie sind da, um zuzuhören, und sie können Warnsignale frühzeitig erkennen.

Akzeptieren Sie die Dinge, die Sie nicht ändern können.

Das Loslassen von Umständen, die Sie nicht kontrollieren können, gibt Ihnen die Zeit und Energie, sich auf das zu konzentrieren, was Sie ändern können. Wenn Ihr Unternehmen eine größere Umorganisation vorhat, die auch Ihren Arbeitsplatz betrifft, arbeiten Sie proaktiv mit, anstatt krampfhaft an Ihrer Position festzuhalten.

Lenken Sie den Fokus von sich ab.

Freiwilligenarbeit ist eine großartige Möglichkeit, einen Schritt weg von sich selbst zu machen und gleichzeitig jemandem in Not zu helfen. Obwohl es zweifelhaft erscheinen mag, zusätzliche Stunden in einen ohnehin schon überfüllten Zeitplan einzubinden, ist es die Zeit wert. Wenn Sie Menschen oder Tieren in Not helfen, kann dies Ihre Situation relativieren und Ihnen ein Gefühl von Glück vermitteln. Freiwilligenarbeit gibt Ihnen auch die Möglichkeit, neue Fähigkeiten in einer positiven Umgebung zu entwickeln – beispielsweise können Sie lernen zu fotografieren, indem Sie sich bei einer lokalen Gemeindeveranstaltung als freiwilliger Fotograf anmelden.

Unterbrechen Sie Unterbrechungen.

Unterbrechungen werden immer vorkommen, aber Sie können ändern, wie Sie darauf reagieren. Machen Sie einen Plan für den Umgang mit wiederkehrenden Unterbrechungen, indem Sie Zeitfenster für Telefonate einplanen, die Bürotür schließen, um „spontane“ Besprechungen zu vermeiden, und nur etwa eine Stunde lang jeden Morgen und am Nachmittag auf E-Mails reagieren. Schließlich werden die „Unterbrecher“ lernen, dass der effektivste Weg, um das zu bekommen, was sie von Ihnen wollen, darin besteht, Sie zu kontaktieren, wenn es Ihnen passt – und nicht umgekehrt.

Während es Strategien und Methoden gibt, mit denen alle Mitarbeiter ihre Stressfaktoren abbauen können, liegt es letztlich in der Verantwortung des Managements, seine Mitarbeiter richtig zu betreuen. Dazu gehört auch die Übertragung einer realistischen Arbeitsbelastung innerhalb eines angemessenen Zeitraums. Wenn ein Manager ein Team von erschöpften, gestressten Mitarbeitern beaufsichtigt, die immer lange zu bleiben scheinen, dann gibt dieser Manager seine Verantwortung gegenüber seinem Team und letztlich auch gegenüber den Kunden auf. Unternehmen sollten Mitarbeitern, die in Not sind, Unterstützung und Beratung bieten und gleichzeitig nach Anzeichen für systemische Probleme Ausschau halten, die zu Stress in der Belegschaft beitragen.

Eine Unternehmenskultur, die das geistige und körperliche Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter im Blick hat, kann stressbedingte Probleme besser antizipieren und erfolgreich intervenieren, wenn jemand in Schwierigkeiten ist. Auf einem zusätzlich guten Weg ist das Unternehmen dann, wenn es seine vormals gestressten Mitarbeiter bei ihrer Erholung sinnvoll unterstützt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neunzehn − vier =

DAS KÖNNTE IHNEN AUCH GEFALLEN

Burnout Syndrom und dessen Prävention im Team

„The land of burnout is not a place I would like to go back to“ – Arianna Huffington Da nun das Burnout Syndrom auch von der World Health Organisation (WHO) seit Juli offiziell als Krankheit anerkannt ist, ergibt es Sinn sich nochmal vor Augen zu führen, was genau unter einem […]

Weiterlesen

Betriebsausflug für Profis: Honestly Off-Site 2019

”Wenn ich als Jugendlicher zu spät nach Hause gekommen bin, hat mein Vater einfach die Tür abgeschlossen und ein paar Decken aus dem Fenster geworfen.” “Und? Hat das dein Zeitmanagement verbessert?” “Nein, aber ich bin jetzt verdammt gut im Türen knacken ” – Mateo Freudenthal, Honestly Gründer, Managing Director und […]

Weiterlesen

Unternehmenszweck als Mitarbeitermotivation

„So wie Menschen nicht ohne Essen leben können, so kann auch kein Unternehmen ohne Gewinne leben. Aber die meisten Menschen leben nicht um zu Essen, und weder sollten Unternehmen nur existieren, um Gewinne zu erzielen.“ – John Mackey Früher wurde die Arbeit hauptsächlich als Mittel zum Zweck erachtet, eine Tätigkeit […]

Weiterlesen