Feedback, das wirkt – Mitarbeiterbindung im AWO Psychiatriezentrum
Über viele Jahre hinweg nutzte das AWO Psychiatriezentrum externe Partner für Mitarbeiterbefragungen. Diese lieferten in festen Abständen umfassende Ergebnisse und boten eine solide Grundlage für eine übergeordnete Standortbestimmung. Gleichzeitig zeigte sich, dass die langen Vorlaufzeiten und standardisierten Fragebögen den wachsenden Bedarf nach mehr Dynamik, Aktualität und Nähe zum Arbeitsalltag nur eingeschränkt abbilden konnten. Führungskräfte und Mitarbeitende wünschten sich zunehmend eine direktere Rückkopplung sowie eine stärkere Verknüpfung der Ergebnisse mit konkreten Maßnahmen.
Zusammenfassung
Als psychiatrisches Fachkrankenhaus mit über 1.400 Mitarbeitenden wurde Mitarbeiterfeedback bewusst neu gedacht und eine flexible, beteiligungsorientierte Feedbackkultur etabliert. Mit einer deutlich höheren Beteiligung als bei früheren Befragungen, differenzierten Auswertungen bis auf Stationsebene und einem klaren Fokus auf Umsetzung wurden innerhalb kurzer Zeit spürbare Impulse gesetzt – von der Stärkung gesundheitsfördernder Angebote bis hin zur bewussten Weiterentwicklung von Führungsverantwortung. Honestly ermöglicht regelmäßige, anlassbezogene Befragungen und trägt dazu bei, dass sich Mitarbeitende gehört fühlen und langfristig an das Haus gebunden werden.
Das AWO Psychiatriezentrum ist das größte psychiatrische Fachkrankenhaus in Niedersachsen mit 32 Stationen in 5 Kliniken und 7 Tageskliniken. Die Einrichtung bietet stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote in den Bereichen Erwachsenenpsychiatrie und Psychosomatik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie Maßregelvollzug. Mit rund 1.400 Mitarbeitenden gehört sie zu den größten Arbeitgebern ihrer Art in Norddeutschland.
Profile
AWO Psychiatriezentrum Fallstudie
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Mitarbeitende im System: 1400
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Kliniken und Stationen: 5 Kliniken, 32 Stationen
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Zyklus: Regelmäßig und anlassbezogen
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Umfragetypen: Mitarbeiterbefragung, Fokusumfragen
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Vor Honestly: Externe Partner für Mitarbeiterbefragungen
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Integration: SFTP (automatischer Import)
Besonderheiten in der Anwendung
- Differenzierte Auswertungen bis auf Stationsebene für gezielten Handlungsbedarf.
- Automatischer Import der Mitarbeiterdaten über SFTP zweimal täglich.
- Kombination aus validierten Benchmarkfragen (JDR-Modell) und hausspezifischen Themen.
Aus Sicht des Personalmanagements hilft uns Honestly dabei, Feedback systematisch aufzugreifen und wirksam zu nutzen. Führungskräfte übernehmen Verantwortung für die Ergebnisse und Mitarbeitende spüren, dass ihre Rückmeldungen ernst genommen werden und in konkrete Entwicklungsimpulse einfließen.
Von der Befragung zur Wirkung: Einführung und Umsetzung mit Honestly
Vor diesem Hintergrund entstand im Personalmanagement der klare Anspruch, Mitarbeiterbefragungen neu zu denken: agiler, flexibler und näher an den Teams. Erstmals sollten differenzierte Auswertungen bis auf Stationsebene möglich sein, um gezielt dort anzusetzen, wo Handlungsbedarfe entstehen. Parallel dazu wurden von Beginn an zentrale Anforderungen berücksichtigt: Der Betriebsrat legte besonderen Wert auf höchste Datenschutz- und Anonymitätsstandards und die IT-Abteilung auf eine sichere Integration in die bestehende HR-Systemlandschaft. Auf Basis fundierter Kennzahlen verfolgte das Personalmanagement das Ziel, in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung sowie in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen gezielte Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen, um nachhaltige Verbesserungen im Arbeitsalltag zu erzielen und Mitarbeiterzufriedenheit sowie Mitarbeiterbindung zu stärken, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der hohen Veränderungsdynamik.
Warum Honestly?
Honestly überzeugte durch die Kombination aus Flexibilität und wissenschaftlicher Fundierung. Das JDR-Modell ermöglichte valide Benchmarks mit anderen Gesundheitseinrichtungen, während die Plattform gleichzeitig individuelle Fragen und schnelle Pulse-Surveys zuließ. Die DSGVO-konforme Umsetzung, transparente Anonymitätsgrenzen und die Möglichkeit, Führungskräfte schrittweise einzubinden, waren entscheidende Faktoren. Honestly hat das Projekt intensiv begleitet, mit wöchentlichen Check-ins, Videos für spezifische Fragen und einem klaren Implementierungsplan.
Die Implementierung
Von August bis November 2024 lief die Vorbereitungsphase. Die Projektgruppe, bestehend aus HR, Organisationsentwicklung, Ausbildung und IT, traf sich wöchentlich mit dem Customer-Success-Team von Honestly. Gemeinsam wurden Attribute definiert, Fragen ausgewählt und angepasst, Anonymitätsgrenzen festgelegt. Die technische Anbindung über SFTP ermöglichte einen automatischen Import der Mitarbeiterdaten zweimal täglich. Ende November ging die erste große Mitarbeiterbefragung live, mit 88 Fragen, die eine Mischung aus validierten Benchmarkfragen und hausspezifischen Themen abdeckten.
Die Plattform in der Praxis
Die Plattform wurde schnell zum zentralen Instrument: Heatmaps zeigten auf einen Blick, wo Handlungsbedarf bestand. Dashboards mit Filtermöglichkeiten nach Klinik, Bereich oder Berufsgruppe ermöglichten differenzierte Analysen. Führungskräfte erhielten Zugang als Report Viewer und konnten erstmals ihre eigenen Teamergebnisse sehen – mit klaren Anleitungen und Videos zur Nutzung.
Ergebnisse und Wirkung
Die Teilnahmequote lag deutlich über dem Niveau früherer Mitarbeiterbefragungen und übertraf damit die internen Erwartungen. Wichtiger noch: Die Ergebnisse wurden aktiv genutzt. Beim Führungsdialog im Januar 2025 diskutierten alle Ebenen gemeinsam die zentralen Erkenntnisse. Jede Führungskraft bekam die Aufgabe, bis Dezember zu den zwei am schlechtesten bewerteten Bereichen konkrete Initiativen vorzustellen. Einige Bereiche gingen noch weiter und planten bereits für Mai einen Workshop, um gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten.
Konkret zeigte sich der Erfolg auch in schnellen und sichtbaren Reaktionen: Die Einführung von Hanse Fit, einem Gesundheitsangebot, war eine direkte Konsequenz aus dem Feedback der Mitarbeitenden. Darüber hinaus wurden für einzelne Bereiche bereits Fokusumfragen geplant, um gezielt zu überprüfen, ob die umgesetzten Maßnahmen die gewünschte Wirkung entfalten.
Strategischer Ausblick
Strategisch wurde damit ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer modernen Arbeitgeberkultur vollzogen. Mitarbeitendenfeedback wird nicht punktuell erhoben, sondern als kontinuierlicher Dialog verstanden. Die Möglichkeit, flexibel und zeitnah zu befragen, etwa zu Mitarbeiterentwicklungsgesprächen, zu spezifischen Themen in einzelnen Bereichen oder zu Führungsfeedback – stärkt die Beteiligung der Mitarbeitenden und erhöht zugleich die organisatorische Agilität. Die Einbindung externer Stakeholder, etwa im Rahmen von Einweiser-Umfragen bei niedergelassenen Ärzten, unterstreicht zusätzlich den offenen, lernorientierten Anspruch des Hauses und die vielseitige Einsatzfähigkeit der Plattform.